Copyright 2007-2012
Built with Indexhibit

essay [kunst und konzepte]
künstlerische Interventionsplattform
gegründet mit Chili M. Seitz, 2013.

Works:

HÜH

Installation im Kieler Hauptbahnhof
Oktober/November 2014.

Wow - Vorwärts, rückwärts die gleiche Bedeutung. Immer in Bewegung. Steht sie nicht still. Rotor.

Kurt Schwitters hatte bereits in seinem schönen Gedicht aus dem Jahre 1919 über Anna Blume Freude am runden Wort ausgedrückt. Und sein so hübscher Ausruf „Weißt Du es Anna, weisst Du es schon, Man kann dich auch von hinten lesen. Und du, du Herrlichste von allen, du bist von hinten wie von vorne:
A---N---N---A“.

Hans und Gloria im Wartesaal zum großen Glück

Hörspielinstallation
Händel-Haus, Halle (Saale)
Oktober - März, 2014.

Im Hörspiel „Hans und Gloria im Wartesaal zum großen Glück“ wird die Utopie vom glücklichen Leben fadenscheinig. Der Titel des Hörspiels wurde in Anlehnung an die DDR-Serie „Preußens Gloria und Sachsens Glanz“ aus den Jahren 1985 und 1987 gewählt, die historische Ereignisse des Barock darstellte.
Es ist so konstruiert, dass sich Gegenwärtiges mit barocken Elementen aus der Musik und Literatur zu einer Zukunftssehnsucht verknüpfen.

Was sich so glücklich und ideal darstellt, erzeugt jedoch Unbehagen. Hinter dem Versprechen auf ein ideales, unsterbliches Leben stecken dystopische Züge. Die Unsterblichkeit ist nicht für jeden Menschen vorgesehen, sondern nur für diejenigen, die sich der absoluten Kontrolle und Überwachung hingeben. Nur die fügsamen Nachahmer erlangen den Zugang zu Gloria. Damit ist die Verbindung zwischen Barock und Gegenwart geschaffen. Das Versprechen, auf einem anderen Planeten, eine leichte, konfliktfreie, heile, sanfte Zukunft zu leben, ist gekoppelt an disziplinäre Aufforderungen. Damit entpuppt sich die Vorstellung vom glücklichen Leben als ein Regelwerk der Kontrolle, dass keinerlei individuelle Freiheit mehr zulässt. Freiheit hingegen ist stets nur in der Auseinandersetzung mit den äußeren, aber auch den inkorporierten Kontrollmechanismen lebbar. Das Glück liegt insofern in einem Widerstand gegenüber allumfassender Kontrolle und Überwachung. Damit bietet sie die Möglichkeit zu einem glücklicheren Leben, dass sich der eigenen Schwäche zwar bewusst ist, aber eben auch der eigenen Fähigkeit zur Selbstbestimmtheit.

Unbekannte und benannte Urverwandte

Hörspiel und Intervention im öffentlichen Raum
Botanischer Garten Kiel, April - September 2014.
Botanischer Garten Berlin-Dahlem, November 2014 - Mai 2015.

Was ist fremd?

Die Komposition fungiert zum einen als künstlerische Untersuchung des „Fremden“ als philosophischer Begriff aber auch als unmittelbare menschliche Erfahrung. Zusammen mit Studierenden der Muthesius Kunsthochschule Kiel wurde ein Hörspiel entwickelt, in der die Hauptperson „Iks“ verschiedenen Aspekten des Fremden begegnet. Wie jeder Mensch sieht sich „Iks“ im Laufe eines Tages mit verschiedenen Dingen des Fremden konfrontiert, seien es nun das Weltall und außerplanetarische Phänomene, sozio-kulturelle Erfahrungen des Fremden im Umgang mit anderen Menschen, metaphysische Fremderfahrungen oder die biologische Vielfalt der menschlichen Umgebung. So wurde das Fremde zum einen inhaltlich behandelt, aber auch experimentell als ungewöhnliche Klangkomposition mit eingefügt. Die Studierenden waren sowohl als Sprechende aber auch als Komponierende an der Umsetzung des Hörspiels beteiligt.